Viel Abwechslung – jeden Tag
Unsere aktuellen Veranstaltungen, Neuigkeiten und Termine finden Sie hier:
Momentan stehen keine aktuellen Termine an.
Schauen Sie gerne bald wieder vorbei – wir freuen uns, Sie bei einem unserer nächsten Events begrüßen zu dürfen.
Bewohner erzählen
Als wir das große, freundliche Doppelzimmer von Gertrud Döhring betreten, staunen wir nicht nur über das schöne Zimmer, sondern auch über die zahlreichen, handgefertigten Strickwaren, die sie uns stolz präsentiert. Was die gebürtige Nürnbergerin zum Einzug in die Residenz bewegt hat und wie es ihr in ihrem jetzigen Zuhause gefällt, erzählt sie uns im Interview.
„Ich bin zu Hause einfach zusammengesackt. Ich weiß nicht wieso, aber ich bin im Flur gelegen und hatte die Kraft nicht mehr, alleine aufzustehen. Ich habe mir nichts getan, und zum Glück hatte meine Tochter mir so einen Notfallknopf besorgt, da habe ich draufgeklickt und dann ist jemand gekommen.“ Bewohnerin Gertrud Döhring erzählt uns im Interview, wie es dazu kam, dass sie in die Pro Seniore Residenz Nürnberg eingezogen ist. Zwei Mal klappte sie zu Hause zusammen und konnte nicht mehr alleine aufstehen. Das reichte ihr – die Entscheidung war getroffen: „Ich hab zu meiner Tochter gesagt: ‚Such mir irgendwo ein Heim‘. Ich habe im zweiten Stock ohne Aufzug gelebt, ich wäre die Treppe nicht mehr hoch und runter gekommen und wäre ganz allein gewesen. Ich lag im Krankenhaus und habe gesagt: Ich geh nimmer heim.“ Ihre Tochter suchte nach einem Platz und wurde direkt in der Heimatstadt in der Pro Seniore Residenz Nürnberg fündig.
Bewegtes Leben
Gertrud Döhring ist waschechte Nürnbergerin. Sie wurde 1931 in Nürnberg geboren, ist in den Kriegsjahren aufgewachsen und hat zeit ihres Lebens in der Stadt oder der Umgebung gewohnt. Nach einer Lehre zur Konditoreifachverkäuferin sattelte sie um zur Büro- genauer Computerarbeit. Bis zum Renteneintritt war sie in der KFZ-Zulassungsstelle der Stadt Nürnberg beschäftigt. „Das hat mir dort sehr gut gefallen. Und ich hab dadurch eine Zusatzversorgung. So geht’s mir halt ein bisschen besser“, erzählt sie. Verheiratet war Gertrud Döhring zwei Mal, fügt lachend hinzu: „auch zweimal geschieden“. Sie hat eine Tochter, die in der Nähe wohnt und zu der sie einen guten Kontakt pflegt. „Vorhin hab ich eine Stunde mit ihr telefoniert“, verkündet sie strahlend. Außerdem berichtet sie stolz von ihrem Enkel und Urenkel.
Leben in der Residenz
Der rüstigen Seniorin gefällt es gut in der Residenz: „Ich mein, es ist ein Pflegeheim, da muss man sich mit abfinden. Aber ich hab noch nie ein böses Wort gehört. Es sind alle lieb und nett.“ Als es mit einer Zimmernachbarin aufgrund deren psychischer Erkrankungen nicht gepasst hat, hat die Residenzleitung sofort reagiert und ihr ein anderes Zimmer gegeben. Residenzberaterin Jelena-Sharin Osterhorn erklärt: „Wir sind ja immer sehr bemüht, zu schauen, dass die Chemie stimmt, und auch schnell zu helfen.“ Gertrud Döhring ergänzt: „Ja, das ging ruck zuck. Ich habe gesagt, meine letzten Jahre möchte ich in Ruhe leben.“ Das Zimmer, in dem sie nun wohnt, gefällt ihr sehr gut. Es ist hell und gleichzeitig nicht zu warm.
Besonders begeistert ist Gertrud Döhring vom großen Freizeitprogramm der Residenz: „Wir gehen jetzt auf die Kirchweih, da gehe ich mit. Unsere Ausflüge – das ist Abwechslung, die wunderschön ist. Es wird zum Beispiel Gymnastik und Yoga gemacht. Es wäre ungerecht, wenn man da unzufrieden wäre.“ Ihr großes Hobby ist das Stricken. Damit beschäftigt sie sich täglich, strickt für die Enkelkinder anderer Bewohner und verteilt ihre kleinen Kunstwerke im Haus. Dazu zählen Taschen, Stirnbänder, Pullover und Pullunder, mehrere Schulbladen ihres Zimmers sind gefüllt. Die Tochter bringt immer Nachschub an Wolle. Gertrud Döhring erklärt: „Da schau ich Fernsehen dazu und dann vergeht der Tag schnell. Ich muss auch sagen, der Tag vergeht hier sowieso schnell. Wir hatten ein wunderschönes Sommerfest, Hochachtung vor allen, die haben sich so viel Mühe gegeben. Wirklich, war das schön – und das sagt auch jeder!
Ihrer Ansicht nach, muss niemand Angst vor einem Umzug in eine Senioreneinrichtung haben – ganz im Gegenteil: „Zu Hause wäre ich alleine, hier, wenn ich aus dem Bett falle, drücke ich auf einen Knopf, fünf Minuten später steht jemand an meinem Bett. In meiner Wohnung habe ich im Flur gelegen und eine halbe Stunde gewartet bis irgendjemand kam.“ Sie schätzt das Gefühl von Sicherheit „und man muss sich eingestehen: Es geht halt einfach nicht mehr so.“ Es ist schön zu sehen, wie vergnügt und zufrieden Gertrud Döhring ist.
Eine fröhliche Monika Merz begrüßt uns in Gesellschaft ihres Bruders Peter Merz, der sie regelmäßig in der Pro Seniore Residenz Nürnberg – ihrem Zuhause – besucht. Er begleitet unser Gespräch aufgrund ihrer Demenzerkrankung. Sie freut sich nicht nur über seinen Besuch, sondern auch über unser Zusammensitzen und Plaudern. Denn sie ist gerne unter Menschen – und ihr strahlendes Lächeln begeistert uns sofort.
Es ist eine besondere Verbindung zwischen Monika Merz und ihrem Bruder Peter Merz. Das spüren wir gleich, als wir uns mit den beiden zum Interview treffen. Monika Merz lebt aufgrund ihrer Demenzerkrankung seit Ende 2022 in der Pro Seniore Residenz Nürnberg, im sogenannten „geschlossenen behütenden Bereich“. Das ist der spezielle Wohnbereich für dementiell erkrankte Menschen. Ihr Bruder Peter Merz, der in der Nähe der Residenz wohnt und sie so oft es geht besucht, unterstützt Monika Merz während des Gesprächs. Er springt ein und ergänzt, wenn ihr wegen der Erkrankung die Erinnerung fehlt oder das Erzählen schwer fällt.
Schon der erste Eindruck von Monika Merz ist unglaublich positiv. Wir begegnen einer strahlenden Persönlichkeit, die uns gleich mit ihrer offenen, freundlichen Art begeistert. Sie freut sich auf das Gespräch und das ist wirklich schön zu sehen.
Aktives Leben
Monika Merz ist 1940 geboren, stammt aus Dresden. Der 2. Weltkrieg zwang ihre Mutter mit drei Kindern zur Flucht. Ohne Vater zogen sie nach Greiz in Thüringen. „Da hatten wir Immobilien. Nachdem wir ausgebombt waren, hatten wir dort wieder ein Dach über dem Kopf“, erklärt Peter Merz. Später ging es nach Braunschweig, wo Monika Merz die Schule beendet und Arzthelferin gelernt hat. Sie erzählt mit Freude von ihrer Arbeit, ihren regelmäßigen Weiterbildungen und Kursen, und wie beliebt sie war. Das glauben wir ihr sofort, sie wirkt total gesellig. In ihrem nächsten Wohnort München arbeitete Monika Merz bei einem Arzt, dann als MTA in einem Labor. Ihr Beruf und das Leben in der Großstadt waren intensiv, es blieb nicht viel Zeit für eine Ehe oder Kinder, was sie im Nachhinein bereut. Dafür reiste sie viel, machte Sport, insbesondere Skilaufen und Tennis. Auch heute noch wirkt sie körperlich sehr fit.
Leben in der Residenz
Wie es zum Einzug in die Residenz kam, bringt sie nicht mehr richtig zusammen. Sie fühlt sich als ehrenamtliche Mitarbeiterin. Später, als sie uns ihr Zimmer zeigt, merken wir auch, wie sehr sie sich um die anderen Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnbereiches kümmert. Sie ist die gute Seele des Bereiches. Peter Merz kannte die Residenz und war froh, dass seine Schwester nach einem Aufenthalt in der Klinik unerwartet schnell einen Platz bekommen konnte: „Frau Osterhorn, die Residenzberaterin, rief an und sagte: Auf geht’s! Das war 2022 ein
paar Tage vor Weihnachten.“ Es ist nicht leicht, schnell einen Platz zu finden, gerade bei Demenzerkrankungen. „Es gibt hier in Nürnberg nur wenige Heime, die einen beschützenden Bereich haben“, so Peter Merz, und nennt uns neben der Residenz Nürnberg nur die Pro Seniore Residenz Noris und ein weiteres Haus. Laut Jelena-Sharin Osterhorn bietet die Stadt Nürnberg selbst keinen beschützten Wohnbereich an. Daher ist die Nachfrage in der Residenz sehr groß.
Oft muss es ganz schnell gehen, beispielsweise weil man als Pflegefall aus dem Krankenhaus entlassen wird. Auch bei Monika Merz ging es sehr schnell. Gerade noch lebte sie in einer schicken Eigentumswohnung in einer hervorragenden Gegend von München und fuhr selbst Auto, dann erkrankte sie. Plötzlich fand sie den Weg in die eigene Wohnung nicht mehr. In einer Klinik hat ein Arzt eine fortschreitende Demenz mit einer Hinlauftendenz diagnostiziert, sodass eine Rückkehr in die eigenen vier Wände nicht mehr möglich war. Zu groß war die Gefahr, dass Monika Merz immer wieder die Wohnung verlassen und orientierungslos umherlaufen würde. Sowohl der behandelnde Arzt als auch der Sozialdienst in der Münchner Klinik empfahlen den Umzug in einen beschützenden Wohnbereich einer Seniorenresidenz. Auf den ärztlichen Befund folgte der richterliche Beschluss über das Amtsgericht. Der Neffe wurde zum Betreuer, ihrem gesetzlichen Vertreter.
Die Geschwister sind glücklich, dass sie nah beieinander wohnen. „Hier im Viertel kann man hübsch spazieren gehen, weil hier auch Straßen sind, in denen viele Kinder spielen und keine Autos fahren. Wir gehen gerne spazieren, weil Monika sich gerne bewegt, sie braucht Bewegung“, schildert Peter Merz. Auch am Sportangebot der Residenz und an Ausflügen wie kürzlich zu einem Therapiebauernhof nimmt Monika Merz teil und ergänzt: „Man ist frei.“ Wie schön, dass sie es so empfindet. Sie bestätigt uns, dass sie zufrieden ist und schnell Freunde gefunden
hat. „Ja, es ist sehr hübsch.“ Jelena-Sharin Osterhorn erläutert: „Wir sagen nicht: Das ist der beschützende Wohnbereich, die Bewohner sind an Demenz erkrankt, wir machen mit ihnen gar nichts. Im Gegenteil! Es wird wert drauf gelegt, die Bewohner mit Demenz in die normalen Gruppenstunden zu integrieren. Oder auch beim Sommerfest. Wir haben ein großes Sommerfest mit allen Bewohnern vom Haus gefeiert und Frau Merz war mit ihrem Neffen zusammen da.“ Peter Merz stimmt zu: „Als ich mal da war, haben alle zusammen draußen gesungen. Und einmal wurde draußen vor der Tür getanzt. Wenn sowas angeboten wird, macht meine Schwester mit.“
Das Leben mit Demenz ist nicht einfach. Natürlich ist es das nicht – es ist Demenz. Aber die Pro Seniore Residenz Nürnberg ist ein Ort, an dem man damit gut und rundum gut umsorgt leben kann. Wir waren begeistert von der fröhlichen Monika Merz und der innigen Beziehung zu ihrem Bruder.
Alles Gute, Ihnen beiden.